Hochzeit – ästhetisch minimalistisch

Minimalismus – manchmal kommt es mir vor, als wäre es DAS Modewort gerade schlechthin. Quasi als Gegenspieler zu einer völlig überladenen Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Interiormagazine zeigen den Scandinavian Chic, Modeblogger schwärmen von Capsule Wardrobe und überbieten sich in der Reduktion des eigenen Kleiderschrankinhalts… und was hat das jetzt bitte alles mit Heiraten zu tun?

Was bedeutet eigentlich „ästhetischer Minimalismus“?

Das erste Mal hörte ich von dem Begriff „ästhetischer Minimalismus“ über das Buch „Perlen statt Plunder“ von Andrea Bruchwitz (z.B. erhältlich auf Amazon). Sie fasst viele Themen aktueller Autoren zusammen – sei es richtig aufräumen nach Marie Kondo oder die geistige Entrümpelung, die Vertreter wir Betz und Dahlke ihr Markenzeichen nennen. Ein gutes Buch für Einsteiger, die sich an das Thema bewusstes Leben und Bewusstseinsveränderung heran tasten wollen.

Perlen stehen dabei perfekt für den ästhetischen Minimalismus: es geht nicht darum, sich extrem zu reduzieren oder zu verzichten. Gar ein Leben ohne Konsum zu führen. Vielmehr steht der Begriff für ein Tschüss zu dem ganzen billigen Krusch und Plunder, den wir im Laufe unseres Lebens so ansammeln, der abgestaubt werden will und letztendlich unsere Wohnung und Leben vollmüllt. Ganz einfaches Beispiel: statt einer ganzen Kiste billigen Modeschmuck, der wahrscheinlich nach ein paar Mal tragen anfängt anzulaufen, besitzen ästhetische Minimalisten nur sehr wenige qualitativ hochwertige (und teure) Schmuckstücke – wie zum Beispiel eine Perlenkette.

Vorausgesetzt natürlich, Du magst Perlen. Wenn nicht könnte da auch Goldkette, Diamantencollier oder was auch immer stehen…

Dieses Gedankenspiel kannst Du mit allem fortführen – grundsätzlich geht es darum, auf Qualität statt Quantität zu setzen und damit in langlebigen und hochwertigen Konsum zu investieren. Dinge, an denen Du also lange und echte Freude hast.

Minimalistisch heiraten

Übertragen wir diesen Gedanken nun auf das Thema Hochzeit.

Und hier kommt eines der wichtigsten Dinge ins Spiel – egal wie Ihr heiratet, es muss zu Euch passen und genau so sein wie Ihr es Euch vorstellt.

Alles soll rosa, ein Meer aus Blumen und egal wo man hinschaut mit Details ausgestattet sein? Dann passt dieser Artikel vielleicht nicht so gut zu Euch und Ihr solltet vielleicht besser bei „tolle Ideen für Euer Hochzeitsmotto“ vorbei schauen…

Für uns steht bei ästhetischen Minimalismus die Ästhetik ehrlich gesagt noch vor dem Minimalismus. Und bitte nicht verwechseln – Minimalismus ist nicht gleichbedeutend mit billig oder Sparhochzeit.

Das Hochzeitskonzept soll also eher reduziert und edel sein anstatt überladen und ein Feuerwerk von Details.

Wenn Ihr Euch davon angesprochen fühlt, dann solltet Ihr Euch die folgenden Fragen stellen:

  1. Was ist uns persönlich am wichtigsten? (dies kann gerne eine Liste mit Ranking einzelner Dinge sein…)
  2. Wie viel Geld wollen wir wofür ausgeben? (Wir erinnern uns: Qualität statt Quantität)
  3. Wollen wir jemanden eine besondere Freude mit etwas machen? (Beispiel: eine Braut wollte unbedingt in einem Gewächshaus heiraten um an ihre verstorbene Mutter zu erinnern, die ihren Garten über alles geliebt hat)
  4. Was bedeutet ästhetisch für uns?
  5. Worauf können wir auch ganz gut verzichten?
  6. Müssen wir irgendwo einen Kompromiss eingehen? (wenn Ihr viele Kinder auf der Hochzeit habt, dann darf es vielleicht auch eine völlig unglamouröse Hüpfburg sein?)

Damit steckt Ihr grob die Rahmenbedingungen für Euer Konzept ab. Und schon kann es in Richtung Details gehen.

Hochzeitsdekoration

Als Pantone 2017 „Greenery“ zur Farbe des Jahres kürte, entstanden wirklich tolle Inspirationskonzepte. Die Deko wurde eben mehr grün als blumig. Wunderschöne Palmen- oder Bananenblätter, Eukalyptus und immergrüne Pflanzen wie Efeu oder Farne. Perfektes Matching mit tropischen Blumen wie beispielsweise Frangipani (siehe unten). Das Rosenmeer wurde also abgelöst durch ein Blättermeer. Wir haben Euch ein paar Fotostrecken anderer Blogs heraus gesucht, die wir besonders schön finden und die für uns perfekt zu dem Thema passen:

Übrigens eine perfekte Kombination mit all dem Grün ist Roségold!

Das Brautkleid

Also in Sachen Brautkleid sind wir uns nicht ganz einig. Auf der einen Seite würde zu Minimalismus natürlich ein stark reduziertes Desing passen. Schlichte Trägerkleider oder ein moderner weißer Jumpsuit oder Hosenanzug… Auf der anderen Seite gibt es auch wahnsinnig elegante und aufwendig verarbeitete Kleider, die perfekt zu dem Motto passen würden. Ich würde in Sachen Brautkleid unter dem Fokus ästhetischer Minimalismus auf eine klare Linienführung und hochwertige Materialien setzen. Ein ausladendes Kleid mit viel Spitze und verschiedenen Tüllschichten ist mir persönlich da dann eher zu üppig. Auf unserem Pinterestaccount haben wir ein Board auf dem auch viele tolle Brautkleidideen zu finden sind.

Quelle: www.weddingmemories.de

Der Brautstrauss

In Sachen Brautstrausswahl passen schlichte Bouquets in einer dezenten Farbe – am schönsten white all over mit etwas grün. Dafür unbedingt große Blüten wählen – diese wirken wesentlich eleganter als kleinblütige Blumen wie das in Sachen Vintagehochzeit unglaublich beliebte Schleierkraut.

ästhetisch minimalistisch

Wir haben noch ein paar Inspirationsbilder für Euch, die nach unserem Geschmack perfekt Minimalismus repräsentieren.

Wenn Ihr eine freie Trauung in so eine unglaublich schönen Kulisse wie auf dem Bild unten habt (Wald oder ein Park sind natürlich genau so schön), dann müsst Ihr Euch dekorativ nicht verausgaben. Unterstützt lediglich die unglaublich schöne Umgebung in der Ihr seid durch schöne Stühle für die Gäste und einen hübschen Traubogen. Dieser kann aus elegant fließendem weißen Stoff sein oder rustikaler mit Holz und Blumen. Denkt nur immer daran nichts zu überladen.

Würden wir persönlich unter dem Motto äthetisch minimalistisch heiraten, dann hätte das Menü bei uns einen hohen Stellenwert. Ausgesuchte Qualität in ungewöhnlicher Darreichungsform. Defintiv kein Buffet oder das klassische 3-Gänge-Menü mit völlig überladenen Fleischportionen mit Beilagen. Alternativen gibt es genug – Etageres mit Gläschen, Flying Buffet, 6 oder mehr Gänge (mit kleineren kreativ angerichteten Tellern), kleine Platten…

Quelle: www.weddingmemories.de
Quelle: www.weddingmemories.de
Quelle: www.weddingmemories.de
Quelle: www.weddingmemories.de
Quelle: www.weddingmemories.de

Die Bilder stammen sofern nicht anderweitig angegeben von pixabay oder wurden von uns selbst erstellt.

Das könnte Dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.