We ❤ High-Heels

Liebt Ihr High Heels auch so sehr wie ich? Ich habe für Euch recherchiert und meine Erfahrungen aus 15 Jahren aktives Tänzerdasein genutzt, um für Euch die wichtigesten Punkte zusammen zu fassen. Alles, was einen guten High Heel ausmacht und auf was Frau achten sollte.

Vor kurzen hatten wir einen Artikel für alle Bräute, die keine hohen Schuhe tragen wollen oder können (Alternativen zum klassischen Brautschuh). Allerdings stelle ich bei der Mehrzahl meiner Brautpaare fest oder wenn ich mich in einschlägigen Hochzeitsgruppen auf Facebook herum treibe, dass sexy High Heels für die meisten einfach zum perfekten Outfit dazu gehören. Und zwar egal ob sie sonst hohe Schuhe tragen oder zur Generation Turnschuh gehören.

Laut einer Umfrage eines Blasenpflasterherstellers liegen wir deutschen Frauen mit unserer Wahl von durchschnittlich 6,9 cm hohen Absätzen im europäischen Mittelfeld. Spitzenreiterinen sind Engländerinnen mit durchschnittlich 8,4 cm Absatzhöhe, dicht gefolgt von den Spanierinnen mit 8,1 cm. Däninnen folgen mit 7,6 cm und die modebewussten Französinnen lieben wohl momentan Ballerinas – sie kommen „nur“ auf 6,1 cm.

Hohe Absätze machen den sprichwörtlichen „schlanken Fuss“. Der Gang verändert sich, da sich das Becken weiter nach vorne schiebt und sie sind nunmal einfach der Ausdruck purer Weiblichkeit (natürlich durch die aktuelle Modewelt geprägt…). Viele (Sport-)Mediziner dagegen schlagen bei hohen Absätzen Alarm, weil sie dauerhaft die Gelenke schädigen. Die Betonung liegt auf dauerhaft; regelmäßig mit flachen Schuhen oder barfuß laufen hält die Folgeschäden in Grenzen.

Doch auf was muss man achten, wenn man Schuhe auswählt?

Berechnung der maximalen Absatzhöhe

Das Thema wurde sogar von einem Mann (Paul Stevenson) wissenschaftlich untersucht und er hat die folgende Formel zur Berechnung der maximalen Absatzhöhe veröffentlicht.  Anmerkung: im Internet wird das Ganze oft als die „ideale Absatzhöhe“ bezeichnet – für mich irreführend, da es keine ideale Höhe gibt, eher eine maximale auf der man noch laufen kann.

H = Q x (12+3S / 8)

kleine Legende:

  • H = Absatzhöhe
  • S = (englische) Schuhgröße
  • Q = variabler, soziologischer Faktor (setzt sich zusammen aus Gefallen am Schuhmodell, Erfahrung im High Heel tragen, Kaufpreis, Trendfaktor und Alkoholkonsum)

(für alle Mathematikinteressierten – das Ganze funktioniert nach dem Satz des Pythagoras…)

Was die Themen persönlicher Schuhgeschmack und Trendfaktor mit der Absatzhöhe zu tun haben, habe ich ehrlich gesagt noch nicht verstanden, ist aber auch nicht entscheidend. Vielleicht will man uns unterstellen, je trendbewusster wir kaufen umso unbequemer und damit lieber eine Absatzhöhe niedriger…

Grundsätzlich lassen sich aus dieser Formel drei wichtige Erkenntnisse ableiten:

  1. je kleiner die eigenen Füße, desto geringer die mögliche Absatzhöhe. Dies hat einfache physilogische Gründe, da man den Fuß nur bis zu einem bestimmten Winkel abknicken und noch laufen, also abrollen, kann. Wer bei kleinen Füßen trotzdem hoch hinaus will, sollte High Heels mit einem leichten Plateau wählen. Damit lassen sich noch mal 1-2cm dazu schummeln.
  2. Erfahrung: High Heels sind ein bisschen wie Stelzenlaufen und auch das muss man üben…
  3. Alkoholkomsum ist ein gutes Stichwort. Wird der Gang eh schon, sagen wir mal flexibel, dann tragen High Heels mit Sicherheit nicht zu einer eleganteren Erscheinung bei. Gleichgewichtsverlust führt dann relativ schnell zu undamenhaften Stürzen und komischen Einlagen. Also gilt – lieber flachere Schuhe…

LKleine Randnotiz: Gefallen einem die Schuhe nicht, dann ergibt die Formel null… wohl ein kleiner Seitenhieb darauf, dass wir Schuhe nicht nur um des Habens-Willen kaufen sollen.

LWer sich das Ganze en Detail berechnen will kann sich hier die Erläuterung ansehen: www.focus.de

Meine maximale Absatzhöhe beträgt übrigens 12,6 cm – nicht weil ich enorm große Füße habe, sondern High Hehls seit mehr als 15 Jahren regelmäßig trage…

Das Schuhmodell

Ja, man könnte sagen ich sammel Schuhe, aber welche Frau tut das nicht… Allerdings habe ich mit der Zeit eine beachtliche Sammlung an  „Sitz- und Liegeschuhen“ (Zitat Mirja Böes) angehäuft – vom Auto bis ins Restaurant schaffe ich damit, einen ganzen Tag laufen? Unmöglich… aber worauf kommt es schließlich an?

  • Fesselriemchen sind die ultimativen Stabilisatoren. Selbst wenn man irgendwo hängen bleibt, man rutscht nicht aus dem Schuh.
  • Zehenriemen dagegen sind Blasenproduzenten – grundsätzlich gilt: je mehr Riemchen um die Zehen verlaufen umso größer ist das Potential, dass einer einschneidet.
  • nehmt den Schuh in die Hand und versucht die Sohle zu biegen. Der Schuh bleibt starr? Dann habt ihr wahrscheinlich eher ein Modell der Kategorie Sitzschuh.
  • achtet auf das Material: Leder weitet sich mit der Zeit, Stoff eher weniger. Ich erinnere mich an ein sensationelles Paar Jimmy Choos mit Riemchen aus einem Art Segeltau – Scheuerstellen vorprogrammiert.
  • Position des Absatz: ich habe schon Schuhe gesehen, da geht die Fersenkappe direkt in den Absatz über, das sieht ehrlich gesagt schon auf den ersten Blick komisch aus. Wenn ich meine Tanzschuhe zur Hand nehme, dann ist der Absatz mittig unter der Ferse angeordnet. Ich finde, für ein stabiles Laufgefühl unbedingt notwendig. Laut Hersteller sind diese deutlich ergonomischer als normale High Hehls. Sofern man hier von Ergonomie sprechen kann.

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  • Absatzdicke: eigentlich augenscheinlich – je dünner der Absatz, desto wackliger die Angelegenheit. Zum Glück wurde 2016 der Blockabsatz aus der Versenkung zurück gerufen und man kann hier eine große Auswahl an schicken Modellen erwerben.
  • die Passform: nie nie nie zu klein kaufen. Die Schuhe werden nicht wirklich größer und je mehr man sich Gefäße abklemmt umso anstrengender wird es, im Laufe des Tages damit zu gehen. Auch zu groß ist suboptimal. Hier kann man mit Gelkissen wenigstens etwas dagegen wirken. Ist der Schuh allerdings zu groß und der Fuß rutsch darin, dann wird der Schuh wieder scheuern und Ihr fühlt Euch zudem nicht sicher darin.
  • Fußbett: ja das gibt es auch bei High Heels, ansonsten zumindest auf die Geleinlagen zurück greifen.

starke Beine

Vor allem Beinmuskulatur und die gerne vernachlässigte Muskulatur in den Fußknöcheln tragen entscheidend dazu bei, welche Absatzhöhe man wählen sollte.

LDazu einen ganz einfachen Test: stellt Euch barfuß auf und hebt die Fersen hoch, so dass Ihr nur noch auf den Fußballen steht. Ihr kippt nach außen oder wackelt? Dann ist die Muskulatur in Euren Knöcheln zu schwach und man sollte besser niedrigere Absätze wählen.

Es gibt eine ganz einfache Übung zum Stärken der Muskeln. Kann man zum Beispiel immer machen, wenn man auf den Zug wartet… Einfach aus dem Stand immer wieder die Fersen heben und kurz auf den Fußballen stehen, wieder abrollen bis die ganze Fußsohle Bodenkontakt hat und wieder von vorne. Wie weit Ihr nach vorne rollt, bestimmt Ihr – je nachdem erhöht Ihr damit die Intensität des Trainings.

Auch wenn Ihr O-Beine habt, sollten die Absätze nicht zu hoch sein – der Hintergrund ist der Folgende: am stabilsten (und leider am schädlichsten) steht oder läuft man auf High Heels leicht auf der Innenseite der Füße. Rein von der Belastung gesehen natürlich eine Fehlbelastung, die durch regelmäßiges Barfusslaufen oder flache Schuhe kompensiert werden muss. Hat man O-Beine, dann ist die Belastung eher auf der Außenkante des Fußes und man knickt deutlich leichter um. Dann lieber auf flachere Absätze oder stabile  Blockabsätze umsteigen.

Üben üben üben

Wir hatten vorhin das Gleichnis mit dem Stelzenlaufen. Wer also nicht schon seit frühester Jugend auf High Heels schwebt, sollte sich erstens langsam heran tasten. Wenn es dann für ein besonderes Ereignis der extravagante Schuh sein soll, in diesem üben, üben und nochmals üben. Damit läuft man den Schuh auch gleich ein und hat wahrscheinlich weniger Blasen am großen Tag…

Ich hoffe, es sind Tipps für Euch dabei und wenn Ihr noch Anregungen habt, dann freue ich mich über Eure Kommentare!

Eure Alexandra

Bildquellen: Titelbild weddingmemories; Tanzschuhe Modell Carmen der Marke Ray Rose

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