Was bitte ist ein Wedding-Coach?

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Vor einiger Zeit haben wir ein Interview mit mir zu meiner musikalischen Sicht zu Hochzeiten auf dem Blog veröffentlicht. Es sollte Euch einen kleinen Vorgeschmack auf mich als (Hochzeits-)DJ geben und Eure wichtigsten Fragen beantworten. Diesmal habe ich den Spieß umgedreht und die liebe Alexandra von SAMsation für Euch interviewt:

Alex, Du bezeichnest Dich als Wedding-Coach – warum bleibst Du nicht bei Weddingplaner?

Bei meinen ersten Schritten im Hochzeits-Business habe ich das auch tatsächlich – nur um festzustellen, dass es meine Stärken eigentlich so gar nicht beschreibt…

Ich glaube, jetzt hast Du die Leser neugierig gemacht…

Viele Weddingplaner beschreiben sich bzw. definieren sich durch wahnsinnig tolle und kreative Konzepte, die sie für Brautpaare und Styled Shoots entwerfen. Das finde ich auch unglaublich bewundernswert und hin und wieder zähle ich mich da natürlich bei meinen Aufträgen auch dazu. Allerdings empfinde ich es durch Medien wie Pinterest oder Facebook immer schwieriger, damit auch tatsächlich einen potentiellen Kundenkreis für sich zu gewinnen. Wenn eine Braut bei Pinterest „Boho-Wedding“ eintippt, dann findet sie gefühlt 1.000 Bilder und Fotostories, DIY-Anleitungen oder Einkaufstipps rund um das Thema. Das macht es auf den ersten Blick natürlich leicht, die komplette Planung und Ausgestaltung selbst übernehmen zu wollen…

…und jetzt kommt das Stichwort „Wedding-Coach“ zum Einsatz?

Ja, genau. Was einem Bilder nämlich nicht vermitteln können ist, dass so eine Hochzeitsplanung und natürlich die Hochzeit selbst eine nicht voraussehbare Eigendynamik entwickeln können. Die meisten wollen die Planung neben einem Vollzeit-Job machen und am liebsten so viel in liebevoller Arbeit personalisieren wie möglich. Das kann alles super gut klappen, kann aber auch schief gehen. Plötzlich Stress in der Arbeit, die gute Freundin hat auf einmal doch keine Zeit beim Basteln zu helfen oder ein Dienstleister springt überraschend ab. Die Bräute fühlen sich allein gelassen und schnell ist die ganze Hochzeits-Vorfreude über den Stress der Planung erst mal dahin.

Das klingt aber ziemlich düster…

Wer mag, braucht nur mal in diversen Hochzeitsgruppen auf Facebook zu schmökern. Viel zu oft habe ich da auch schon gelesen, dass man sich nur noch streitet, da sich alles um die Hochzeit dreht, die Braut nur noch gestresst ist und er eigentlich gar keine Lust auf Planung hat. Wenn eine Braut (oder gerne auch der Bräutigam) in dieser Situation zu mir kommt, dann ist es das Wichtigste, sie wieder aufzufangen und ihr passend zu ihren Bedürfnissen die Unterstützung anzubieten, die sie benötigt.

Wie kann das aussehen?

Oh, da sind die Möglichkeiten unendlich. Man kann das Brautpaar als unparteiischer Dritter aus der eigenen Erfahrung zurückliegender Hochzeiten beraten und als Moderator mögliche Konflikte oder Meinungsverschiedenheiten gezielt beseitigen. Es wäre denkbar auch einfach nur der aktuellen Planung den letzten Schliff zu verpassen und eine To-Do-Liste mit Prioritäten zu erstellen – eigentlich ein Teil des klassischen Zeitplanmanagements. Zu bestimmten (Teil-) Aspekten der Hochzeit kann man als Experte beratend zur Seite stehen oder hier die Teilplanung übernehmen. Und ich hatte auch schon Kunden, die einfach nur froh waren mit jemand der das Business kennt sich auszutauschen oder jemand zu haben, der sie bei den Bastelarbeiten oder mit Dienstleistern unterstützt hat…

Für mich ist es wichtig, dass das Brautpaar und deren Wünsche im Mittelpunkt steht. Mit Hilfe eines lösungsorientierten Ansatzes gilt es, diese Wünsche zielstrebig zu erfüllen und nicht durch enormen Ressourcenaufwand aufzuzeigen, welche Möglichkeiten es stattdessen geben würde. Eben wie ein Coach – ich komme mit einem Anliegen zu ihm oder ihr und möchte die Lösung dafür. Welche Methode der Coach dafür in seiner Arbeit anwendet, ist für den Kunden sekundär. Es geht also in meiner Arbeit eher nicht darum meine persönliche Kreativität frei zu entfalten, sondern gezielt die Hilfe anzubieten, die auch tatsächlich gebraucht wird.

Interessanter Ansatz – bei dem Wort „Weddingplaner“ sehe ich vor meinem inneren Auge das Bild, wie er oder sie in ihrem Büro sitzt und bunte Dekokonzepte erstellt. Oder ich muss wieder an die eine Hochzeit mit Froonck denken, wo immer drei seiner Angestellten mit Klemmbrettern um ihn herum gewuselt sind, um dem Brautpaar jeden Wunsch von den Lippen abzulesen.

Auch das gehört dazu. Den Zeremonienmeister oder vor-Ort-Service bieten wir auch an, zwar ohne Klemmbrett aber mit der gleichen Intention 🙂

Aber um nochmal auf das Stichwort „Wedding-Coach“ zurück zu kommen – wenn jemand ein kleines Hochzeits-Budget hat, kann man sich das überhaupt leisten?

Natürlich, für jeden ist das Richtige dabei. Ich arbeite auf Stundenbasis wie ein Coach und biete für Pakete selbstverständlich auch Festpreise an. Ich halte dies für persönlich fairer und transparenter als einen prozentualen Anteil am Gesamtbudget der Hochzeit zu fordern. Letztendlich bekommt jeder die gleiche Leistung, wie viel Geld für die Hochzeit ausgegeben wird beeinflusst mich nicht. Aber hier hat jeder Anbieter seine Philosophie und soll diese nach seinem Gusto handhaben…

Also dass man sich für Hochzeiten interessieren sollte, ist in Deinem Beruf wahrscheinlich klar, aber was bringst Du noch mit?

Ja, das stimmt. So wie die Musik Deine Leidenschaft ist, muss es für mich alles rund um das Thema Organisation, Planung und eben vor allem auch Hochzeit sein. Viele Kolleginnen schreiben, dass sie so viel Freude an der Planung der eigenen Hochzeit hatten, dass sie ihren Traumberuf gefunden haben. Das ist bestimmt schon mal eine gute Grundvoraussetzung! Aber eben nicht alles: als Weddingplaner ist man selbstständig (zumindest meistens…), d.h. man muss etwas von Kundenaquise, Finanzen, Marketing oder ganz trivial von Textverarbeitung und Co. verstehen, um als Geschäftsperson zu bestehen. Wenn ich mich selbst als Wedding-Coach beschreibe, dann kommt mir hier mit Sicherheit meine Erfahrung als Projektleiterin in der freien Wirtschaft zu Gute. Fokussiert auf ein Ziel, nie den Gesamtzusammenhang verlierend und ein gutes, selbstdiszipliniertes Zeitmanagement. Davon kann ich meinen Brautpaaren viel mitgeben. Natürlich macht es auch Sinn, wenn man sich mit Veranstaltungsorganisation auskennt oder längere Zeit in der gehobenen Gastronomie gearbeitet hat. Man sollte auch nie vergessen, dass man zeitgleich nicht nur ein Brautpaar betreut – alle unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen und dabei doch individuell auf jeden Kunden einzugehen ist eine Herausforderung, der man sich stellen muss.

Ja das stimmt, wenn ich daran denke wie viele To-Do-Listen und Übersichten Du fein säuberlich im Büro verwaltest, dann beschreibst Du Dich damit ganz gut 🙂

Ich habe dazu ja auch schon einen eigene Blogartikel geschrieben 🙂 Aber im Ernst, ein Weddingplaner oder -Coach sollte sich meiner Meinung nach auch immer als eine Art Projektmanager verstehen. Schließlich vertrauen Kunden auf meine Dienstleistung in einem ihrer wichtigsten „Projekte“ – der eigenen Hochzeit!

Ich denke, das war ein schönes Schlusswort und gibt doch zumindest einen kleinen Einblick in Deine Tätigkeit!

Das Interview führte DJ Sam André.

Liebe Brautpaare, wenn Ihr neugierig geworden seid oder mehr wissen wollt, hinterlasst einen Kommentar oder sendet uns eine Nachricht – gerne unterstützen wir Euch, egal in welcher Phase Eurer Planung Ihr Euch gerade befindet.

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