Unser Erfahrungsbericht: Umzug von WordPress.com auf WordPress.org

Als wir unseren Blog gestartet haben, da haben wir uns ganz naiv einfach bei WordPress.com registriert. Ging schnell und einfach, Werkzeugsatz fertig vorliegend und zack waren wir online. Aber je mehr wir uns damit beschäftigt haben, umso mehr wollten wir die viel gelobten Plugins nutzen. Oder einfach eine professionellere URL…

Irgendwie hatten wir aber auch keine Lust, WordPress jährlich zu bezahlen, damit wir eine eigene Domain haben. Andere Homepages von uns laufen bei all-inkl.de, wo wir noch eine zusätzliche Frei-Domain zu besetzen hatten. Nachdem also alle Voraussetzungen bei all-inkl geschafft waren, damit wir WordPress nutzen konnten, ging es auch schon los.

Unser Umzug auf WordPress.org

Der große Vorteil bei einem Umzug, sozusagen „intern“ bei WordPress ist, dass man seinen alten Blog exportiert und auf der neuen Domain einfach importiert. Damit ist der Aufwand schon mal deutlich geringer, wie wenn man nochmal anfangen müssten…

Ihr müsst nur darauf achten, dass Euer Theme auch unter WordPress.org verfügbar ist, sonst schaut das ganze erstmal ziemlich seltsam aus.

Allerdings ist es damit nicht getan, es müssen noch einige Anpassungen vorgenommen werden, da im Gegensatz zur WordPress.com das Selbsthosting keine vorinstallierten Plug-Ins hat.

Wichtiges zu Beginn

Bevor man mit dem Fein-Tuning startet, gibt es ein paar grundsätzliche Dinge zu tun:

  • unbedingt die Admin-Daten ändern. Nehmt auf gar keinen Fall den vorgelegten „Admin“. Das wissen Hacker nämlich auch.
  • stellt unbedingt die Indexierbarkeit Eurer neuen Seite ein. Sonst findet Euch Google nicht
  • richtiges URL-Format. Die Standardeinstellung ist ziemlich wirr – wir nutzen lieber eine sprechende URL mit der Artikel-Überschrift. Wenn Ihr das später einmal ändert, dann laufen viele Seite auf praktisch „nicht gefunden“. Oder Ihr müsst hier eine Umleitung einstellen.
  • nicht genutzte Themen löschen. Ihr habt in Eurem Account immer ein paar vorinstallierte, die nehmen nur Platz und Ladekapazität weg…

Plugins, die wir nutzen

Zum Thema Plugins scheiden sich die Geister – manche sagen „lasst bloß die Finger davon“, andere schwören darauf. Grundsätzlich empfiehlt es sich, hier nicht in den Plug-In Wahn zu verfallen und eher so wenige wie möglich zu installieren. Jedes Plug-In kann man wie ein Art Mini-Programm für Eure Homepage sehen, dass es verlangsamt. Und das mag weder Google noch der User. Daher wir nicht die geborenen Programmierer sind und uns in Sachen HTML nicht besonders gut auskennen, weichen wir halt auf vorprogrammierte Plug-Ins aus.

Jetpack

Eine Art WordPress-Allzweckwaffe. Vielleicht tauschen wir sie auch mal aus, aber im Moment liefert es uns gute Dienste. Follow-Funktionen, gekachelte Galerien, Share-Buttons, ähnliche Beiträge, „Gefällt mir Button“, zusätzliche Seitenleisten-Widgets, Kontaktformular…

Antispam Bee

Das standardmäßig installierte Askimet ist nicht so richtig konform mit dem deutschen Datenschutz. Aus diesem Grund sind wir zur Spam-Abwehr auf Antispam Bee umgestiegen.

Broken Link Checker

Hat uns am Anfang super geholfen, alte interne Verlinkungen zu finden, die unbedingt auf die neue URL umgestellt werden müssen. Ansonsten lassen wir es von Zeit zu Zeit über den Blog drüber laufen, ob alle externen Links noch zum Ziel führen.

Cachify

Durch einen Cache lässt sich die Ladezeit verkürzen.

Content Views

Wir wollten auf der Startseite unbedingt eine Darstellung unserer letzten veröffentlichten Beiträge. Daher aber die Farbe des „Weiterlesen“-Buttons standardmäßig auf grün eingestellt ist, haben wir diesen noch auf den Goldton des Themas geändert. Dies funktioniert über Einfügen des folgenden Codes zu style.css:

.pt-cv-readmore {background: YOUR_COLOR !important}

„YOUR_COLOR“ muss logischerweise durch die gewünschte Farbe ersetzt werden.

Für den Rahmen den folgenden Code einfügen (sonst bleibt der grün)

.pt-cv-readmore {border: 1px solid YOUR_COLOR !important;}

Easy Image Collage

Weil die gekachelten Galerien aus Jetpack nicht immer unseren Erwartungen entsprachen.

EU Cookie Notice

Um der aktuell gültigen Rechtsprechung in Sachen Datenerfassung und Datenschutz zu entsprechen.

Google Analytics bei Webkinder

Google Analytics ist einfach DAS Statistiktool für Webseiten.

Limit Login Attempts Reloaded

Um uns vor Hackern zu schützen, haben wir die Anzahl der möglichen Falscheingaben der Log-In Daten begrenzt.

WP-Optimize

Um unsere Datenbank sauber zu halten… Damit kann man z.B. die zig gespeicherten Artikelrevisionen löschen. Wir deaktivieren das Plug-In immer direkt wieder, wenn wir die Daten gelöscht haben. So verlangsamt es unsere Seite nicht.

Yoast SEO

Ganz nützlich um zu testen, ob man ein paar grundsätzliche Faktoren hinsichtlich Suchmaschinenoptimierung beachtet hat. Allerdings sollte man nie vergessen, dass man für den Leser schreibt…

Artikel überarbeiten

Damit wieder alles hübsch aussieht, mussten wir bei den Artikeln nochmal Hand anlegend:

  • gekachelte Galerien wieder einfügen, weil beim Import Jetpack nicht installiert war und diese damit nicht erkannt wurden.
  • interne Verlinkungen prüfen und umstellen (dafür den Broken Link Checker etwas zweckentfremdet)

Follower umziehen

Damit auch unser neues Baby gelesen wird, mussten wir unsere treuen Follower umziehen. Wenn man sowohl für WordPress.com wie auch WordPress.org Jetpack nutzt, dann kann man das in seinem WordPress.com Account selbst veranlassen. Hat bei uns ohne Probleme geklappt. Sowohl für die WordPress- wie auch die Email-Follower.

Pingbacks

In unseren Anfangs-Blogger-Zeiten hatten wir auf unserem Blog jede Menge interne Pingbacks, da wir dachten, das wäre für die interne Verlinkung sinnvoll. Ganz ehrlich: wir haben sie alle gelöscht (waren damit ja auch nur Links auf unseren alten Blog) und nutzen lieber die optisch ansprechendere Funktion „unsere letzten Beiträge“…

Den alten Blog „ausphasen“

Bis Euer neuer Blog von Google erfasst wird, dauert es ein bisschen und Besucher kommen noch über die alte Domain zu Euch. Vor allem hinsichtlich Facebook und Pinterest macht es Sinn, wenn Ihr die alte Blogadresse nicht gleich löscht.

  • Umleitung: man kann bei WordPress eine Umleitung kaufen, so dass die Suchanfragen und Referenzen direkt auf dem neuen Blog landen. Der Haken: Ihr dürft die Einstellungen hinsichtlich URL nicht ändern. Daher wir das in unserer Naivität angepasst hatten, war das nicht mehr möglich und wir haben für jeden Blogartikel einzeln eine Umleitung gesetzt. (Beispiel: wenn die Adresse bisher „www.euerblog.wordpress.com/2016-08-07/mein-Artikel“ war, dann darf es nicht auf einmal „www.neuerblog.de/mein-Artikel“ sein.)

    Daher wir recht früh auf Selbsthosting umgestiegen sind, war der Aufwand ok.

  • Indexierbarkeit des alten Blogs ausstellen. Garantieren kann man es natürlich nie, aber man sagt dem Google Bot, dass er doch bitte einen Bogen um den alten Blog machen soll. Schließlich soll die neue Seite ja ranken und nicht wieder die alte.
  • Links auf Homepage, Facebook, Pinterest und wo auch immer austauschen. Eure Kunden sollen ja auf die neue professionelle Adresse kommen.

Was wir gleich auch noch angegangen haben

Wir dachten uns, „wenn wir schon am Blog arbeiten, dann machen wir gleich mal ein paar längst überfällige Optimierungen“. Und korrigieren damit einige der typischen Anfängerfehler.

  • Titelbilder: Anpassung an optimale Größe in der Vorschau
  • Austausch schlechter Bildqualitäten
  • Optimierung zu großer Bilddateien
  • Überarbeitung der „über uns“ Seite
  • Beschreibung der Kategorien
  • optische Überprüfung aller Artikel
  • Bildbeschriftungen in der Darstellung überarbeitet

Was noch zu tun ist

Mal abgesehen vom fleißig weiter bloggen? Wir überlegen gerade was das richtige Tool für einen Newsletter ist und wie dieser dann aussehen soll. Das klassische WordPress-per-Mail-folgen gefällt uns irgendwie noch nicht so richtig…

Alles in allem haben wir für die Umstellung in etwa eine Woche konstant daran gearbeitet und finden uns nach wie vor noch in das „Selbsthosting“ hinein.

Edit:

zwischenzeitlich haben wir unser Theme gewechselt und verwenden jetzt Olsen. Bis auf einige Anpassungen an die Schriftgröße und die Widgets der Seitenleiste haben wir vorerst noch keine weiteren Detail individualisiert.

So schwierig war unser Umzug gar nicht… welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?

Eure Alexandra

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