Der etwas andere Junggesellinnenabschied

Man ahnt es schon am Titelbild – dieser Junggesellinnenabschied war very hot 🙂 Und definitiv nicht, weil man einen Stripper gebucht hatte. Gähn – wie langweilig, das machen doch alle…

Ehrlich gesagt komme ich ziemlich selten dazu Junggesellinenabschied zu feiern – meistens bin ich ja dann erst bei der Hochzeit wieder präsent. Dieses Jahr haben wir aber unsere eigene Traumhochzeit in der Familie und seitdem sind alle im Hochzeitsfieber.

Der Junggesellinnenabschied

Bei der Planung war es gar nicht so einfach etwas zu finden, mit dem sich alle identifizieren konnten. Mit dem Bauchladen um die Häuser ziehen? Nichts für die angehende Braut. Wellnesswochende? Ganz schön teuer rund um München und irgendwie auch ein bisschen langweilig… Es ging hin und her, bis ich schließlich vorschlug „Lasst uns doch einen Burlesque-Workshop machen“! Und tatsächlich wurde das dann unser Plan.

Burlesque bitte was?

Ihr kennt doch alle bestimmt Dita von Teese und ihr super berühmtesten Bild, wo sie nur mit Pastys (die Aufkleber auf den äh öhm Brüsten) und Höschen in einem gigantischen Martiniglas sitzt? Das ist Burlesque – Retro Striptease wenn man so will. Erfunden in den 20er Jahren von so bekannten Künstlerinnen wie Josephine Baker – witzig, erotisch, künstlerisch, divenhaft, mit viel Tanz und Schauspiel. Und das jetzt zum Jungesellinenabschied? Genau, wir buchen keinen Stripper, wir strippen selber.

Um alle zu beruhigen – wir hatten schon noch alles an nach dem Workshop:-)

Willkommen im Vintage Dance Studio

Silvia Plankl à la Dixie Dynamite ist eine feste Größe in Sachen Burlesque in der Szene und hat in München ein Studio rund um Vintage Tänze – Charleston, Steppen & Co. und eben auch Burlesque.

Als wir dort nach unserem gemeinsamen Brunch mit einem ordentlichen Schwips eintrafen, wurden wir von einer perfekt gestylten Dame namens „Fräulein Ruth“ empfangen. (Anmerkung: alle Burlesque Tänzerinnen haben Künstlernamen). Perfekt in Korsage, mit Netzstrumphose und unglaublich glamourösen Make-Up sollte sie uns heute die Basics des Burlesque-Tanzen beibringen.

Übrigens: Burlesque hat viel mit Selbstbewusstsein und Liebe für das eigene Erscheinungsbild zu tun – egal welchen Körperbau man hat. Sonst funktioniert es nicht.

Ablauf des Workshops

Wir bekamen eine kleine Einführung auf was wir uns eigentlich eingelassen haben, ein Glas (oder auch zwei…) Prosecco zum Anstoßen, leckere Knabbereien und zack ging es in Richtung Styling. Alle rein in die High Heels und ein Korsett oder wer es etwas bequemer mag eine Korsage aussuchen. Schließlich soll man sich fühlen wie ein echtes Starlet. Die Größen reichen hier übrigens von 34 bis ca. 54. Wir hatten alle Kleidergrößen in unserer Gruppe vertreten und jeder hat ein passendes Accessoire gefunden.

Als es daran ging, die Korsetts zu schnüren, bekam man einen Eindruck welche Mühen die Damen früherer Jahrhunderte jeden Tag für die perfekte Wespentaille auf sich genommen hatten… Fräulein Ruth zeigte uns an unserer Braut, die übrigens ein unglaubliches Korsett in pink mit Rüschen anhatte, wie man sich richtig einschnürt. Eines Vorweg – keine Ahnung, wie man das alleine machen sollte…

Trotz Anleitung – so einfach war das gar nicht und wir bildeten am Ende lustige „Korsett-Schnür-Reihen“ damit jeder irgendwie ziemlich flott in das Outfit kommt.

 

Unsere Burlesque-Choreo

Fräulein Ruth erklärte uns erst einmal die Basics: „Touch yourself“ – wie der Name sagt, verschiedene Bewegungen, wo es wirklich darum geht sich selbst zu berühren und damit die eigene Silhouette in Szene zu setzen; „Figur Zeichnen“ – das Upgrade zu Touch yourself: man zeichnet über die Bewegung von Armen und Händen den Körperbau, den man gerne hätte (klingt lustig und ist es auch); „Bumps & Grinds“, also Schulterrollen, Hüftschwung und Co. und den „Burlesque-Walk“, also die richtige Attitüde um bühnenreif durch die Gegen zu staksen 🙂 Heidi halt dich fest, wir zeigen deinen Mädchen jetzt mal, wie man richtig läuft.

Aus all diesen kleinen Basics wurde eine richtig coole Choreographie – und wo ist jetzt der Striptease? Der kam dann in Form von Handschuhen dazu, die wir kunstvoll inszeniert in zwei verschiedenen Varianten auszogen. Ganz ehrlich – im nächsten Winter ziehe ich meine Handschuhe nur noch so aus!

Als Abschluss wurde die fertige Choreographie unter tosendem Applaus der anderen Mädels von der Braut und zwei Mittänzerinnen aufgeführt und auf Video für die Ewigkeit festgehalten.

Wer will kann diese natürlich auf der Hochzeit auch nochmal gemeinsam aufführen – oder lieber privat zu Hause…

Wir hatten unglaublich viel Spaß an diesem Workshop und hätten gar nicht gedacht, wie anstrengend ausziehen sein kann. Wir hatten danach so Hunger, dass wir erst mal direkt zum Burgeressen gegangen sind.

Dieser Workshop ist definitiv für alle etwas, die Spaß an ihrem Junggesellinenabschied haben wollen, gerne tanzen und sich nicht mit irgendwelchen komischen Aktionen auf der Straße zum Affen machen wollen. Ich würde es jederzeit wieder vorschlagen und bin als Tänzerin hier natürlich voll auf meine Kosten gekommen.

Googelt einfach nach Tanzschulen und -studios in Eurer Stadt, welche Spezial-Workshops diese anbieten.

In unserem Artikel „Wir tanzen nicht, wie die Tanzfläche eröffnen?“ findet Ihr Burlesque als eine der Möglichkeiten mit einem Video der „Blonde Bombshell Burlesque“ – ein Mitschnitt einer professionellen Burlesque-Show von Dixie Dynamite und weiteren Profis.

Was waren die Highlights Eures Junggesellinenabschieds?

 

 

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