Gestern, HEUTE, Morgen -JETZT!

Vor ein paar Tagen hatten wir Euch die Blogparade „Adventskränzchen“ der lieben Marie-Theres Schindler ja bereits angekündigt (Willkommen zum Adventskränzchen 2016). Das Konzept hat uns richtig gut gefallen und wir haben lange überlegt, zu welchem Thema wir denn schreiben könnten und haben uns für „Besinnliches zur Weinachstzeit“ entschieden.

Zugegeben… diesmal ein Off-Topic Thema und nicht spezifisch zum Thema Hochzeit… Wobei naja fast – je besser man darin geschult ist, Dinge wahrzunehmen, umso besser lassen sich Konzepte schließlich auch planen. Oft fallen uns in unsere Arbeit Dinge auf, auf die andere gar nicht geachtet hätten. In dem folgenden Artikel möchten wir Euch passend zur besinnlichen Adventszeit einige Denkanstöße zum Thema Achtsamkeit mitgeben.

Bevor wir in den Artikel einsteigen noch kurz die administrativen Hinweise: Eine Verlinkung auf weitere Artikel des heutigen Themas, die wir Euch sehr ans Herz legen, findet Ihr unter diesem Text. Schaut auch nochmal in dem Ankündigungpost für das Adventskränzchen, da findet Ihr eine Liste aller teilnehmenden Blogs unabhängig vom gewählten Tagesthema.

Besinnliches zum Nachdenken – Achtsamkeit!

Als wir den Titel „Besinnliches zum Nachdenken“ gesehen haben, mussten wir nicht lange nachdenken – darüber schreiben wir! Schon länger beschäftigen wir uns mit dem Ansatz der Achtsamkeit – den Moment bewusst war zu nehmen und im Hier und Jetzt zu leben. Ein Prinzip, dass den Menschen helfen soll, wieder zu Glück und sich selbst zu finden, der Hektikt des Alltags zu begegnen und Ruhe zu finden, um in den kleinen und großen Dingen des Alltags die Schönheit der Welt in der wir leben zu entdecken.

Das klingt erst mal ziemlich alternativ und nach sprituellen Gequatsche oder? Schon mal darüber nachgedacht, warum so viele Menschen sagen, dass sie sich in der Natur am wohlsten fühlen – beim Wandern, Spaziergehen, im Wald…? Weil sie nicht mehr mit so viel Umweltreizen konfrontiert sind und von natürlichen, ursprünglichen Geräuschen umgeben. Sie konzentrieren sich eher auf den Moment und denken nicht so viel über den Alltag nach. Auch eine gewisse Form der Achtsamkeit…

Trauer und Angst als Ausdruck fehlender Gegenwart

Die moderne Philosophie, oft Spiritualität geschimpft, spricht davon, dass die in den Augen der Menschen als negativ empfundenen Emotionen Trauer und Angst entstehen, wenn man (geistig) nicht im aktuellen Augenblick ist. Ein Leben in der Vergangenheit erzeugt Trauer. Beobachtet einmal die älteren Menschen in Eurer Familie – heißt es da auch „früher war alles besser“? Man blockiert sich geistig komplett darauf, Freude im Hier und Jetzt zu empfinden, man lässt sie gar nicht erst zu, weil sie für den eigenen Geist ja nicht existieren kann…Auch diese Form der Verbitterung, die oft im Alter auftritt, weil man mit seinem Leben, seiner Vergangenheit hadert – das ist eine Form der Trauer. Jüngere Menschen dagegen empfinden oft Angst. Sie leben in der Zukunft, in dem „was-wäre-wenn-Modus“. Ohne Vertrauen in die Zukunft und einem ständig geistigen Gedankenspiel, was alles in nächster Zeit ansteht und schiefgehen könnte, entwickelt man auf Dauer Angstzustände.

Die R+V Versicherung veröffentlich regelmäßig ihre Angststudie. Wen es interessiert, der kann hier weiter lesen…

Die Zeit – Konstante oder Variable?

Zeit ist keine feste Konstante in diesem Universum, dazu gibt es diverse wissenschaftliche Arbeiten z.B. von dem berühmten Stephen Hawkins. Aber auch jeder von uns kennt das Gefühl, dass „die Zeit rennt“ oder „wieder gar nicht vorbei geht“. Lasst dazu diese Passage aus Alice im Wunderland auf Euch wirken und fragt Euch: „wie lange ist für immer?“ oder „was kann alles in einer Sekunde passieren?“

Alice: How Long is FOREVER?

White Rabbit: Sometimes, just one SECOND

Nach dem Prinzip der Achtsamkeit wäre die Lösung für ein glücklicheres Leben geistig und emotional weder die Vergangenheit, noch die Zukunft zu betrachten, sondern sich voll auf den Moment zu konzentrieren. Das klingt einfach – lässt sich aber nicht spielend leicht zu 100% umsetzen. Man muss immer einen gewissen Zeitraum des eigenen Lebens betrachten – die wenigsten von uns können einfach so in den Tag hinein leben. Das wird uns über die Schule ja bereits seit frühester Kindheit vermittelt. Disziplinlosigkeit ist ein Schimpfwort geworden – die Konsequenzen übertriebener Disziplin? Nicht mehr loslassen können und Zwänge. Was wir allerdings für uns tun können, ist die Dinge, die wir machen und wahrnehmen, gezielter zu beobachten und nicht einfach an uns desinteressiert vorbei ziehen lassen. Vergangenheit und Zukunft dürfen damit eigentlich nur einen kleinen Teil unserer Gedankenwelt einnehmen.

Warum uns Multitasking schadet

Vergesst sofort das Wort „Multitasking“! Das ist eine absolute Unsitte unserer heutigen Welt und viele sind auch noch stolz darauf, diese Fähigkeit angeblich zu besitzen. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass unser Geist nicht multitasking-fähig ist (Achtung: multitasking im Sinne von mehrer Dingen tatsächlich gleichzeitig, also wirklich simultan zu tun, nicht in einem bestimmten Zeitraum parallel an mehreren Sachen zu arbeiten. Im jeweiligen Augenblick arbeitet man auch wieder nur an einer Sache…). Untersuchungen haben gezeigt, dass wir gerade einmal 2% aller Dinge bewusst wahrnehmen, unser Unterbewusstsein dafür 98%.

Damit können wir exakt EINE Handlung bewusst konzentriert und fehlerfrei ausführen. Durch unsere vermeintliche Multitaskingfähigkeit, für die sich vor allem Frauen rühmen, betreiben wir vor allem beruflich, oft die in der Psychosomatik „interessierte Selbstzerstörung“ genannte Überarbeitung bis hin zum Zusammenbruch duch Stress. Wir lassen uns anhand unserer inneren Antreiber („sei perfekt“, „niemand kann es so gut wie du“, „ich muss Leistung bringen“) gerne durch indirekte Führung von Managementstrukturen manipulieren und gehen durch ständige Reizüberflututng deutlich über unsere Belastungsgrenze hinaus. Die Konsequenzen: Verspannungen, Rückenschmerzen, Migräne und die neue Mode-Krankheit Burn-Out, eigentlich nichts anderes als ein seelischer Zusammenbruch aber mit neuem Namen.

Ansätze für Eure Achtsamkeit zur Weihnachstzeit

Sich Pausen zu gönnen und die „kleinen Momente“ zu genießen hilft uns, geistig zufriedener zu werden. Und jetzt kommen wir wieder zum Thema „Besinnliches zum Nachdenken“ zurück – die kleinen schönen intimen Momente der Weihnachtszeit, der ja richtig – RUHIGEN Zeit (oder wie wir in Bayern so schön sagen: de stade Zeit…):

Wir haben für Euch Anregungen aufgelistet, Achtsamkeit direkt zu praktizieren…

  • Bewusst schmecken:

    Egal ob Plätzchen oder Glühwein –  versucht, alle Geschmacksnoten darin bewusst wahr nehmen und heraus zu schmecken. Was schmeckt Euch besonders gut, welche Gefühle löst das in Euch aus?

  • Bewusst zuhören:

beobachtet die Gespräche und das Verhalten Eurer Familienmitglieder oder Freunde. Nehmt alles wahr, aber bewertet es nicht.

  • Bewusst fühlen:

erinnert Ihr Euch an Weihnachten oft an die Menschen, die von uns gegangen sind? Lasst die Trauer zu, spürt sie bewusst und seid dankbar für die Zeit, die Ihr mit diesem Menschen verbracht habt. Und wendet Euch dann wieder etwas zu, dass Euch genau in diesem Moment gut tut. Eine Tasse Tee? Zimtsterne naschen?

  • Bewusst hören:

nämlich gar nichts! Genießt einmal absolute Ruhe, keine Musik, keine Gespräche, kein Fernseher und lasst Eure Gedanken kommen und gehen ohne einen zu Ende zu denken.

  • Bewusst sehen:

habt Ihr Euch eigentlich schon einmal bewusst gemacht, wie perfekt Tannenzweige aufgebaut sind, wie schön sich das Licht in den Christbaumkugeln bricht, wie toll die Farben der Dekoration mit dem dunklen Grün der Tanne zusammenpassen? Laufen vielleicht irgendwo ein paar Harztropfen den Stamm hinunter? Nicht denken, nicht bewerten – einfach sehen und die Schönheit wahrnehmen.

  • Digital Detox :

Emails, Social Media – Smartphones sind Fluch und Segen zugleich. Aber mal ehrlich: die Welt dreht sich ohne uns auch weiter… Ihr fahrt ein paar Tage zu Eurer Familie? Sehr gut – lasst das Handy einfach zu Hause. Berufliche Emails lesen? Warum wollt Ihr Eure Freizeit, Eure besinnliche Zeit damit belasten? Wenn Ihr nicht in der Arbeit seid, dann könnt Ihr eh erst mal nichts ausrichten. Als Angestellter seid Ihr eine Spielfigur auf einem Monopoly-Brett. Die Firma wird es auch noch geben, wenn Ihr einmal 2-3 Tage nicht erreichbar sein, auch wenn man Euch gerne etwas anderes glauben machen will. Ihr seid selbstständig? Dann schaltet Euer Handy aus und nur für eine Stunde am Tag an, um die aktuelle Lage zu checken. Wenn es wichtig ist, hat man Euch eine Mail geschickt oder auf die Mailbox gesprochen.

Die gleiche Pest sind mittlerweile übrigens auch Digitalkameras. Hand aufs Herz – wie viele der Fotos schaut Ihr Euch jemals wieder an? Nehmt die Welt durch Eure Augen war und nicht durch eine Kamera oder ein Handydisplay. Verbringt nicht die ganze wertvolle Zeit damit, alles für die Ewigkeit zu fotografieren, sondern macht ein, zwei Bilder mit Mehrwert für Euch und dann ist es aber auch gut.

In der Zeitschrift Grazia stand in einem Artikel vor kurzem dazu ein sehr treffender Absatz

„Beim Versuch, unseren Lifestyle, unsere Erlebnisse und Erfolge online zu konservieren, verpassen wir immer öfter, den Moment bewusst wahrzunehmen. Das Foto wird wichtiger als das Ereignis selbst.“

Weiterführendes

Mit diesem Zitat möchten wir ehrlicherweise auch den Artikel abschließen, schreiben könnten wir noch eine ganze Artikelserie dazu…Wenn Ihr Euch noch mehr mit dem Thema beschäftigen wollt, dann empfehlen wir Euch, Euch mit den Büchern von Autoren wie Eckart Tolle, Klaus Tepperwein oder Neale Donald Walsh zu beschäftigen. Ob Ihr zu den Befürwortern oder den Gegnern dieser „spirituellen Literatur“ und deren Autoren gehört, müsst Ihr allerdings selbst entscheiden.

Eine Anregung, wenn Ihr solche Bücher lest – schaltet Euer Hirn nicht aus, sondern denkt über die Ansätze, die darin vorgestellt werden nach. Das sind sie nämlich; keine absoluten Weisheiten und Wahrheiten, sie sind Empfehlungen und Ansichtsweisen, wie man mit Dingen umgehen kann. Philosophie und Spiritualität sind keine rationalen Wissenschaften, man muss selbst entscheiden, ob es zu einem passt oder nicht. Bereits die griechischen Philosophen hatten mehr Gegner als Befürworter zu Ihrer Zeit, da man sie nicht verstand – heute werden Ihre Lehren nach wie vor gelehrt und kritisch hinterfragt…

Wir hoffen, Euch zum Nachdenken anregen zu können, damit Ihr die Weihnachtszeit nutzen könnt, um Euch zu erholen und eben auf das Wesentliche zu BESINNEN.

Das Geheimnis der Weihnacht besteht darin, dass wir auf unserer Suche nach dem Großen und Außerordentlichen auf das Unscheinbare und Kleine hingewiesen werden.

Wir wünschen Euch eine frohe Adventszeit!

Alex & Sam

Fotocredit Titelbild: winter bird 01 von Mathias Erhart unter CC / bearbeitet von Marie Schindler


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